Schweizer Bauwagen bei Basel erwacht durch Naomi zum Leben

31. Dezember 2020Marco Schaller

Liebe Naomi, danke, dass du bereit bist, ein Interview mit Tiny House Tour zu führen.
Naomi Ruegg, bevor wir zu deinem Schweizer Bauwagen kommen, erzähl uns doch kurz etwas über dich

Du gehst noch zur Schule? Was sind deine Lieblingsfächer?

Zeichnen, Sport, Werken eigentlich alle kreativen Fächer außer Musik.
Geschichte, Biologie und Geografie finde ich sehr interessant. Ich finde es spannend unsere Erde und Leben aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und zu verstehen.

Name: Naomi Ruegg

Ort: Liestal bei Basel
Alter: 18 Jahre
Leidenschaft: reisen, leben und mein kleiner Bauwagen im elterlichen Garten
Zukunftspläne: Grundschul-Lehrerin werden, wilde Abenteuer erleben und viele Gäste aus nah und fern, die ich im Bauwagen begrüßen darf.

Welches Schulfach kannst du gar nicht ausstehen?

Mathe. Dazu gibt es nicht mehr viel zu sagen.

Was zeichnet dich als Mensch, Frau, Jugendliche aus?

Ich bin ein sehr fröhlicher Mensch, ich lache oft und manchmal vielleicht auch ein bisschen zu laut.
In der Schule konnten wir uns einmal nach diesem Prinzip vorstellen:

Natur - Ich bin sehr gerne in der Natur und liebe Tiere.
Authentisch
Offen - Ich bin Neuem gegenüber offen und entdecke gerne neue Kulturen und Menschen.
Mitmenschen - Es ist mir sehr wichtig meinen Freundeskreis zu pflegen und viel Zeit mit ihnen zu verbringen.
Intuitiv - Ich plane nicht gerne weit voraus, sondern lasse es spontan auf mich zukommen.

Ich denke diese Wörter beschreiben mich sehr gut.

Du bietest im Garten hinter deinem Elternhaus einen Bauwagen über AirBNB, einem Online-Portal für Buchung und Vermietung von Unterkünften an. Wie kam es dazu?

Ich war auf der Suche nach einem Job und dann kam Corona. Damit gestaltete sich die Suche nach dem Job als eher schwierig und so kam ich auf die spontane Idee den Wagen einzurichten und diesen schließlich auch auf Airbnb zu inserieren. Ich habe mir sozusagen einen eigenen Job geschaffen:)

Wie kam der Bauwagen in Euren Garten?

Meine Mutter ließ ihn von einem Bekannten in unserem Garten bauen. Es war sehr spannend diesen Prozess zu verfolgen und zu sehen wie der Wagen immer mehr Form annimmt.

Hat deine Mama vorher schonmal in einem Bauwagen gewohnt?

Ja! Das führte dazu, dass sich ihr Wunsch in einem Bauwohnwagen zu leben hinterher nur noch verstärkte.

Du hast den Bauwagen dann selbst aus- und umgestaltet? Wie kam es dazu?

Ja, ich habe alles selbst eingerichtet. Ich hatte während des Lockdowns viel Zeit und wollte diese sinnvoll nutzen. Daher nutzte ich diese Zeit, um im Bauwagen so viel wie möglicht selbst zu gestalten und zu bauen.

Bist du handwerklich geschickt?

Ich würde sagen: Ja! Jedenfalls packe ich gerne mit an und arbeite gerne mit Maschinen. Wenn ich selbständig arbeite improvisiere ich oftmals und hoffe einfach das es klappt. Bis jetzt hat es immer geklappt.
(Anm. v. TinyHouseTour: Einfach wie Naomi immer positiv denken, dann klappts auch mit dem DIY-Projekt.)


Welche Materialien, welche Möbel hast du für die Ausgestaltung des Bauwagens genutzt?

Vor allem Holz. Im Schweizer Bauwagen riecht es deshalb auch ein bisschen wie im Wald, das finde ich sehr angenehm. Das meiste Material und die Möbel hatte ich schon zu Hause und konnte es neu umgestalten.

Upcycling ist ja auch eine Variante der Nachhaltigkeit. Wie hältst du es sonst in deinem Leben mit der Nachhaltigkeit? Was bedeutet das für dich?

Ich lebe vegetarisch und zum Glück kauft meine Mutter nur biologische Lebensmittel. Beim Stöbern auf dem Flohmarkt oder in Secondhand-Shops finde ich zumeist etwas schickes und kaufe meine Kleidung so oft es geht dort.
Nachhaltigkeit bedeutet für mich bewusst zu leben und nicht einfach unnötig zu konsumieren. Jedoch finde ich es auch wichtig, sich hin- und wieder mal etwas zu gönnen. Nachhaltigkeit muss nicht zwingend bedeuten, dass man ausschließlich verzichtet. Denn ich denke, wenn die Menschen glücklich sind, lösen sich auch die Probleme einfacher in Luft auf.

Fällt es dir privat schwer, dich zu reduzieren/minimalisieren?

Irgendwie schon! Ich kaufe sehr gerne Kleider und finde es toll eine Auswahl zu haben. Für eine gewisse Zeit fällt es mir leicht auf Dinge zu verzichten oder zu minimalisieren, doch soabld ich diese Dinge dann wieder habe, macht mich das auch froh.

Was ist das Besondere an deinem "Schweizer Bauwagen"?

Das Fenster hinter dem Bett finde ist mein persönliches Highlight an dem Schweizer Bauwagen. Vor allem morgens ist es wunderschön; man kann direkt vom Bett aus ins Grüne schauen.


Fehlt dir etwas in deinem Leben, wenn ja was?

Ich hätte gerne einen Mangobaum in meinem Garten, so dass ich jeden Morgen eine frische Mango ernten kann. Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit meinem Leben. (lacht)

Reist du gerne?

Ich liebe es. Am aufregendsten verbingen ich immer die Ferien mit meinem Vater. Wir schlafen dann am Strand oder in Höhlen. Mit ihm schlafe ich sozusagen immer in einem 1000- Sternhotel (unter freiem Himmel). Zudem Reise ich gerne mit Zug oder Schiff. Beim Reisen erlebte ich immer aufregende und schöne Abenteuer, welche mein Leben sicherlich prägen.

Wie hältst du es in Zeiten von Covid-19 mit dem Reisen?

Im Sommer 2021 möchte ich mit meiner Weltreise in Hawaii beginnen. Jedoch weiß ich momentan nicht wirklich, ob das aufgrund der Situation auch klappen wird. Am liebsten würde ich in verschiedene Länder reisen, um dort Tiere zu retten und die verschiedenen Kulturen kennenlernen. Ich bin da aber nicht so festgelegt - passend zu dem "I" in meinem Namen. Vielleicht wird es dann eine Europreise mit dem Fahrrad. Schauen wir mal! Ich finde es auf der anderen Seite nämlich auch gar nicht so schlecht, dass -coronabedingt- die Menschen nicht mehr so in die Ferne ziehen, sondern nun bereit sind die eigene Heimat (genauer oder manchmal sogar überhuapt erstmal) zu erkunden. Die Coronazeit macht das Reisen sicherlich weiterhin spannend und aufregend. Vermutliche aber auch ein bisschen nervig, ob der Regulierungen und Bestimmungen. Schließlich setzt das voraus, dass man auch immer informiert über die landesspezifischen Bestimmungen ist. Einfach losziehen ist erstmal nicht so einfach.

Welche Gäste durftest du bisher in deinem "Schweizer Bauwagen" empfangen. Woher kamen Gäste bisher und gab es eine besondere Begegnung, von der du hier erzählen möchtest?

Bisher kann ich nur positives breichten. Alle Gäste waren sehr freundlich und locker. So kamen bisher Besucher aus Deutschland (Berlin), Belgien, England oder sogar von Amerika. Da hatte ich die Chance mit meinen Englischkenntnissen zu hausieren. Ich denke, dass ich durch mein Inserat des Schweizer Bauwagens auf AirBNB Gäste anziehe, die auf einer ähnlichen Wellenlänge sind, wie meine Mutter und ich.

Welche Fragen im Zusammenhang mit dem Bauwagen stellen Interessierte/Gäste dir am häufigsten?

Weshalb habt ihr den Wagen bauen lassen?


Wie würde es dir gefallen, wenn deine Mama im Ruhestand in deinen Schweizer Bauwagen oder eine ähnliche kleine Wohnform zieht?

Ich fände es super, am besten wäre es natürlich wenn der Wagen am Meer stehen würde, dann könnte ich sie immer an diesem schönen Ort besuchen.

Wem würdest du ein Leben im Bauwagen empfehlen?

Ich finde diese Wohnform ideal, wenn man gerne in/ mit der Natur lebt. Sollte man für sich viel Platz beanspruchen, dann wird es meiner Meinung nach eher kritisch ein Bauwagen, als seine Wohnform zu entdecken.

Drei wertvolle Tipps von einer Bauwagen-Besitzerin?

  1. Achte darauf, welchen Ofen du kaufst! Er sollte einfach zu bedienen sein!
  2. Minimiere deine Gegenstände im Haushalt und versuche herauszufinden, was du wirklich brauchst um glücklich zu sein!
  3. …leider kann ich gerade nur mit zwei Tipps dienen… Ich finde, es ist eigentlich gar nicht so schwer eine Bauwagen- Besitzerin zu sein;).

Ein Buchtipp von Naomi Ruegg.

Herzenhören von Jan- Philipp Sendker. Es ist die Geschichte um ein Mädchen, welches nicht mehr gehen kann und um einen Jungen, welcher nichts mehr sehen kann. Die Beiden ergänzen sich sehr gut indem der Junge für das Mädchen „geht“ und das Mädchen für den Jungen „sieht“. Die Geschichte ist sehr rührend und zeigt einem auf, wie wichtig es ist, anderen zu helfen aber auch die Hilfe Anderer anzunehmen. Zusammen geht eben vieles einfacher.

Hier geht es zum Video von Naomis Bauwagen. Viel Spaß beim Anschauen.

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